Unpolitische Orte? Sportstätten im Oldenburger Land

Sport ist bereits seit Jahrtausenden ein soziales und kulturelles Phänomen. Schon unsere Vorfahren haben sich in sportlichen Wettkämpfen gemessen und Sportveranstaltung zur Unterhaltung und Zerstreuung vom oft entbehrungsreichen Alltag organisiert. Sport war und ist jedoch auch oftmals Inszenierung, Machtdemonstration und häufig mit politischen Botschaften verknüpft.

Reckturnen (1931), Quelle: Stadtarchiv Westerstede

Sport wird allein oder im Team oft an speziell dafür vorgesehenen Orten ausgeübt. Während heute Fußball-, Golf- und Tennisplätze sowie Fitnessstudios ortsüblich sind, verweisen Straßennamen wie „Am Turnplatz“ auf Veränderungen gemeinhin verbreiteter sportlicher Praxen und auf die weitgehende Nivellierung einer vormaligen Klassengesellschaft, in der bestimme Sportarten nur privilegierten Bevölkerungsschichten zugänglich waren.

Den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Veränderungen und Sportstätten zu betrachten, ist Gegenstand des neuen (Forschungs-)Projekts der Oldenburgischen Landschaft „Unpolitische Orte? Sportstätten und ihre gesellschaftliche Bedeutung im Oldenburger Land“, das im Juli 2021 begonnen hat. Im Mittelpunkt er Betrachtung stehen die Jahre 1930 bis 1970 sowie die politische Dimension, die Sportanlagen in diesen von Diktatur, Demokratie und entsprechenden Umbrüchen geprägten Jahren zukamen. In Kooperation mit regionalen Sport- und Heimatvereinen, Museen, Bibliotheken, Archiven sowie in Zusammenarbeit mit Schulen und der Universität Oldenburg soll das Thema näher untersucht werden.

Damit sollen nicht nur historisch bedeutsame Erkenntnisse gewonnen, sondern auch die (Selbst-)Reflexion angeregt und eine Brücke zur Bedeutung des Sports in der Gegenwart geschlagen werden. Das Projekt hat eine Laufzeit von 30 Monaten und wird vom Bund sowie der EWE Stiftung und zahlreichen regionalen Kulturstiftungen gefördert.

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