Ein Abend im EWE Forum Alte Fleiwa, der ganz im Zeichen von Forschung, Austausch und Inspiration stand: Dr. Friederike Bruns wurde mit dem Helene-Lange-Preis 2026 ausgezeichnet. Die Informatikerin von der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg überzeugte die Jury mit ihrer Arbeit zu sogenannten cyber-physischen Systemen – Technologien, die digitale Prozesse direkt mit der realen Welt verbinden.

Überreicht wurde der Preis von Vera Weidemann, Vorstandsvorsitzende der EWE Stiftung. Gemeinsam mit dem OFFIS – Institut für Informatik und der Stadt Oldenburg vergibt die Stiftung die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung alle zwei Jahre. Dabei betonte Vera Weidemann auch die gesellschaftliche Bedeutung der Ehrung: „Der Helene-Lange-Preis macht exzellente Wissenschaftlerinnen sichtbar und zeigt, wie wichtig ihre Forschungsbeiträge für die Gestaltung unserer technologischen Zukunft sind.“

Digitale Innovation und gesellschaftliche Verantwortung

Ob in der Robotik, in Energienetzen oder im Verkehr: Cyber-physische Systeme übernehmen zunehmend Aufgaben, die präzise, schnell und zuverlässig funktionieren müssen. Fehler können hier reale Folgen haben. Genau an dieser Schnittstelle arbeitet Friederike Bruns. Sie entwickelt Methoden, mit denen sich Kommunikationsabläufe und Reaktionszeiten solcher Systeme exakt analysieren und sogar im laufenden Betrieb überwachen lassen. Ihr Ziel: Systeme, die auch unter komplexen Bedingungen stabil und sicher funktionieren. Eine Forschung, die hochaktuell ist – und zeigt, wie eng digitale Innovation und gesellschaftliche Verantwortung heute miteinander verknüpft sind.

Dr. Friederike Bruns wurde von der EWE Stiftung mit dem Helene-Lange-Preis 2026 ausgezeichnet.

Drei Perspektiven auf Digitalisierung

Neben der Preisträgerin waren zwei weitere Wissenschaftlerinnen nominiert, die die Vielfalt digitaler Forschung eindrucksvoll sichtbar machen:

  • Sophie Grimme (Universität Oldenburg) untersucht, wie sensible Gesundheitsdaten in digitalen Anwendungen genutzt werden – und wie Nutzerinnen mehr Kontrolle darüber behalten können.
  • Elisabeth Rohwer (Universität Bremen) erforscht, wie Menschen den digitalen Wandel in Arbeit und Alltag aktiv und selbstbestimmt gestalten.

Susanne Boll, Informatikprofessorin, Jurymitglied und Vorständin am Informatikinstitut OFFIS, betont: „Die Forschungsgebiete der Nominierten zeigen eindrucksvoll die Bandbreite der Digitalisierung: Sie reichen von der mathematischen Absicherung sicherheitskritischer Systeme über die Souveränität in der digitalen Frauengesundheit bis hin zur psychologischen Gestaltung eines digitalen Mindsets. Dies verdeutlicht, dass digitale Innovation heute zwingend interdisziplinär gedacht werden muss.“

Sichtbarkeit schaffen – Zukunft gestalten

Der Helene-Lange-Preis ist mehr als eine Auszeichnung für wissenschaftliche Exzellenz. Er steht für ein zentrales Anliegen der EWE Stiftung: Frauen in der Forschung sichtbar zu machen und ihre Rolle in der Gestaltung der digitalen Zukunft zu stärken. Denn noch immer sind Frauen in vielen MINT- und Digitalisierungsbereichen unterrepräsentiert. Mit dem Preis zeichnet die Stiftung gezielt Wissenschaftlerinnen aus, die mit innovativen, praxisnahen Ideen zeigen, wie Digitalisierung unser Leben konkret verbessert – und setzt damit ein Zeichen für mehr Chancengerechtigkeit und Teilhabe in der Wissenschaft.

Gleichzeitig will die EWE Stiftung Impulse geben: für wissenschaftliche Karrieren, für interdisziplinären Austausch – und für eine Digitalisierung, die bei den Menschen ankommt.

Freuen sich gemeinsam: Prof. Dr. Susanne Boll (Jury) mit Sophie Grimme (Nominierte) und Preisträgerin Dr. Friederike Bruns sowie Vera Weidemann (Vorstandsvorsitzende EWE Stiftung)
Helene-Lange-Preis

Helene-Lange-Preis 2026